Henry Fonda for President (2024)Berlinale 2024
Mischief Films
Henry Fonda for President (2024) von Alexander Horwarth
The Typical American?
Er selbst denke gar nicht über seinen Einfluss nach, sagt der US-Schauspieler Henry Fonda (1905-1982) an einer Stelle in einem Interview, das er im Juli 1981 in hohem Alter mit dem Journalisten Lawrence Grobel führte. Das auf Tonband aufgezeichnete Gespräch dauerte mehrere Tage – und dient nun als wichtige Quelle des dokumentarischen Film-Essays „Henry Fonda for President“ von Alexander Horwath. Der 1964 in Wien geborene Regisseur, der von 1992 bis 1997 als Direktor der Viennale und von 2002 bis 2017 als Direktor des Österreichischen Filmmuseums fungierte, macht den beliebten Kinostar zum „Piloten“ eines sehr ambitionierten Vorhabens, das die Persona Henry Fonda nutzt, um einen historischen Trip quer durch die USA zu unternehmen.
In „Henry Fonda for President“ entwirft Alexander Horwath ein Schauspielerporträt – und zugleich eine große Amerika-Erzählung.
Ein dokumentarischer Essay über die USA – betrachtet durch das Brennglas eines Filmschauspielers. Henry Fonda und seine Rollen verschmelzen zu einer schillernden und konfliktreichen Figur. Ein sehr zurückhaltender Mensch, der sich selbst als Anonymus, als „Leerstelle“ begreift, wird zum Motor, zum heimlichen Autor einer großen Amerika-Erzählung.
Seine Stimme, aufgenommen 1981 im Zuge seines letzten Interviews, und die Charaktere, die er spielte, führen durch den Film – und auf einen Road Trip quer durch die USA: von einem Ort namens Fonda, NY, über den Mittleren Westen, wo der Schauspieler aufwuchs, bis zum Pazifik.
Und sie führen durch die Geschichte des Landes, von 1651 bis in die 1980er Jahre, als ein anderer Filmschauspieler US-Präsident wurde.