Nordrhein-Westfalen ist einer der zentralen Industriestandorte Deutschlands und Europas. Knapp 28 Prozent der NRW-Wertschöpfung entstehen derzeit durch die Industrie, die über 1,2 Millionen Beschäftigte einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Wie muss sich die Industrie und die Industriepolitik in Nordrhein-Westfalen neu aufstellen, um weiterhin eine Zukunft zu haben? Dieser Frage widmen sich Thorben Albrecht und Jörg Weingarten in einem Artikel für den Sammelband „Germanomics – Neue Antworten für Wachstum und Wohlstand“.
Anforderungen an eine arbeitsorientierte Industriepolitik – Impulse aus NRWNordrhein-Westfalen ist einer der zentralen Industriestandorte Deutschlands und Europas. Knapp 28 Prozent der NRW-Wertschöpfung entstehen derzeit durch die Industrie, die über 1,2 Millionen Beschäftigte einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.[1] Trotz des anhaltenden Strukturwandels in NRW hängen allein im Ruhrgebiet noch immer 20% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse an der Industrie. Gerade in Südwestfalen bzw. Ostwestfalen-Lippe hat das verarbeitende Gewerbe eine große Bedeutung für die regionalen Arbeitsmärkte. Hier stellen 30% bzw. 38% der Arbeitsplätze die Industrie bzw. das verarbeitende Gewerbe.
Industrieunternehmen sichern Wertschöpfung und Beschäftigung, dies nicht nur direkt über die Bereitstellung von Arbeitsplätzen und die Herstellung von Waren, sondern zunehmend auch indirekt, indem sie Leistungen aus industrienahen Dienstleistungsbranchen wie Logistik- oder Ingenieursdienstleistungen nachfragen.
Je länger die globalen Krisen, die wirtschaftliche Stagnation und insbesondere der Rückgang der Industrieproduktion anhält, desto stärker drohen bestehende, grundsätzlich produktive Strukturen zu zerbrechen, mit dauerhaft negativen Folgen für den künftigen Wohlstand.
Es besteht die Gefahr, dass Industriezweige erodieren und damit qualifizierte Beschäftigung, produktionstechnisches Know-how und Wertschöpfung in NRW unwiederbringlich verlorengehen. Maßgeblich für den Produktionsrückgang ist neben der schwachen Binnennachfrage und den hohen Energiepreisen vor allem die starke Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft, und hierbei insbesondere die Abhängigkeit von bestimmten Exportmärkten und -produkten. Die globalen Verwerfungen bringen das industrielle Erfolgsmodell unter Druck. [2]
Renaissance der Industriepolitik aus gewerkschaftlicher Perspektive
Im Kontext der globalen Verwerfungen und den Herausforderungen der doppelten Transformation gewinnt das Thema Industriepolitik europäisch wie im Bund und den Ländern zu Recht an politischer Aufmerksamkeit. Dabei führte das Thema in der Vergangenheit vielfach zu kontroversen Debatten.
Anders als etwa in Frankreich wurde in Deutschland von Ökonomen und Wirtschaftsverbänden die Gefahr gesehen, durch staatliche Interventionen die Funktionsmechanismen der Märkte zu destabilisieren. Mit den zunehmenden Krisen und einer strategisch aggressiven Handelspolitik vieler Staaten, um die Marktmacht und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Industrien zu stärken, hat sich die Wahrnehmung zwischenzeitlich geändert. Um Europa im zunehmend regellosen globalen Wettbewerb zu stärken und Abhängigkeiten zu reduzieren ist nun ist von einer „Renaissance der Industriepolitik“ die Rede.[3] Gewerkschaften unter dem Dach des DGB setzen sich schon lange für eine aktive Industriepolitik im politischen Mehrebenen-Kontext ein. Insofern zahlt der jetzige Diskurs auf viele Forderungen der DGB-Gewerkschaften ein.[4]
Nun werden im wissenschaftlichen Diskurs und in der Fachöffentlichkeit unterschiedlichen Typologien der Industriepolitik erörtert. [5] Das nachfolgend von uns skizzierte Leitbild wollen wir als „Arbeitsorientierte Industriepolitik“ verstehen. Es bildet die gemeinsame Klammer einer horizontalen und vertikalen als auch einer innovationsgetriebenen sowie nachholenden Industriepolitik.
Arbeitsorientierte Industriepolitik
Arbeitsorientierte Industriepolitik ist unserer Auffassung nach als Teilbereich der Wirtschaftspolitik zu verstehen, bei der es darum gehen muss, den strukturellen und damit auch industriellen Wandel aktiv zu gestalten, um industrielle, in aller Regel tariflich gut entlohnte Arbeitsplätze zu sichern, neue zu schaffen und gleichsam die Qualität der Arbeit wie auch die Produktivität durch den menschenzentrierten Einsatz von Technologien beteiligungsorientiert zu verbessern.
Unser Ansatz fußt auf den Überlegungen von Rudolf Kuda, der beim Konzept der arbeitsorientierten Wirtschaftspolitik von der
„prinzipiellen Instabilität des Marktes“ ausgeht.[6] Diese Instabilität des Marktes wird uns aktuell täglich vor Augen geführt. Kuda sieht Krisenursachen sowohl in gesamtwirtschaftlichen Nachfragedefiziten als auch in gesellschaftspolitischen Steuerungsdefiziten, die sich inzwischen aufgrund aktueller Herausforderungen dramatisch verschärft haben. Sein Konzept einer arbeitsorientierten Wirtschaftspolitik setzt auf die
„dauerhafte Sicherung vorhandener und die Schaffung neuer Arbeitsplätze unter Wahrung menschenwürdiger Arbeits- und Lebensbedingungen“. (KUDA 1986, S. 588)
Diese Überlegungen greifen wir auf. Arbeitsorientiere Wirtschafts-, bzw. Industriepolitik heutiger Prägung verbindet regionale und sektorale Förderung mit aktiver Arbeitsmarktpolitik, der Beschäftigungsqualifizierung, des Clustermanagements und der Ansiedlungspolitik.[7] Ihr Output bzw. Missionsorientierung muss auf nachhaltige Beschäftigung unter Wahrung von Mitbestimmung und Tarifbindung und der Stärkung industrieller Wertschöpfung im Verbund mit Dienstleistungen orientiert sein. Arbeitsorientierte Industriepolitik ist voraussetzungsvoll, benötigt eine funktionierende Sozialpartnerschaft und tripartistische Strukturen und sie ist gleichermaßen Treiber und Nutznießer von Innovationen.[8]
Worum geht es in NRW?
Im Kontext der wirtschaftlichen Ausgangslage halten wir für NRW einen zweifachen arbeitsorientieren industriepolitischen Ansatz für erforderlich, mit jeweiligen Schnittmengen zur Regional,- Beschäftigungs- und Innovationspolitik.[9] Andernfalls droht, dass die notwendige industrielle Transformation und die Sicherung der industriellen Basis von aktuellen Krisen überlagert und in Teilen ausgebremst wird.[10] Zudem drohen irreparable Schäden am Kern der deutschen Wirtschaft, wenn die Industrieproduktion weiter zurückgeht. Und ohne staatliche Unterstützung wird es weder möglich sein, Fortschritte beim Klimaschutz zu erreichen und gleichzeitig bezahlbare Energie bereitzustellen, noch die bestehenden Digitalisierungsdefizite aufzuholen.[11] Auch werden geoökonomische Resilienz und industriepolitische „Waffengleichheit“ gegenüber industriepolitisch aggressiv auftretenden Großmächten wie die USA und China nicht ohne aktive staatliche Maßnahmen erreichbar sein.
Konturen für eine arbeitsorientierte Industriepolitik für NRW
NRW benötigt deshalb einen
schützenden Industriepolitischen Modus mit defensivem Charakter. Es geht darum, in den Krisen die notwendige Neuausrichtung bestimmter Branchen mit ihren Arbeitsplätzen vor einem etwaigen Niedergang überhaupt ermöglichen zu können. Das gilt für Branchen, die eine hohe strategische und beschäftigungspolitische Bedeutung haben und von zentralem Wert für die Wertschöpfungsketten sind (etwa die Stahlindustrie). Dieser Ansatz ist wichtig, gerade wenn sich der Wandel disruptiv einstellt (etwa durch Zollpolitik oder Energiepreisexplosion) und/oder betriebliche Anpassungsstrategien (auch durch politische Verschleppung) schlichtweg mehr Zeit brauchen, z.B. Hochlauf Wasserstoffwirtschaft in NRW. Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und ihrer Beschäftigten im Sinne der Bestandsentwicklung.[12]
Wir brauchen darüber hinaus einen
aktivierenden, innovationsorientierten Modus. Für NRW muss es darum gehen, durch gezielte Förderanreize in neuen Branchen und Technologien Wachstumsimpulse auszulösen und private Investitionen zu hebeln. Der Aufbau von Innovations-Ökosystemen unter Ableitung der Beschäftigungsperspektiven, die Definition und Förderung von grünen Leitmärkten gehören ebenso dazu, wie die Stärkung des Wissenstransfers aus Universitäten und Hochschulen in die Unternehmen.[13]
Beide Ansätze dienen letztendlich dem Ziel, die NRW-Industrie und deren Beschäftige in und für die Transformation zu stärken, neue Wirtschaftsfelder und deren Beschäftigungspotentiale zu erschließen. Es wäre in dem Kontext ein Fehler, das Tempo der wirtschaftlichen Transformation etwa hin zur Klimaneutralität sehr deutlich zu verlangsamen, und zwar nicht nur mit Blick auf die Erderwärmung, sondern auch auf die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen und die Arbeitsplätze. Im Bereich der anwendungsorientierten Digitalisierung muss das Tempo sogar deutlich erhöht werden, wenn die heimische Industrie einen Wettbewerbsvorteil gegenüber außereuropäischen Regionen wiedererlangen will.
Gerade hier zeigt sich, dass es für die strategischen Ziele, etwa die Erneuerung der wirtschaftlichen Basis und der Energieversorgung mehr braucht als Technologie, Kapital und Innovation. Es braucht Arbeitskräfte aller Qualifikationsstufen. Auch hier greift unser arbeitsorientierter Ansatz, der Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote, Instrumente zur Beschäftigungssicherung und -übergängen mit umfasst.[14] Es geht ferner darum, koordiniertes Handeln und Beteiligung im politischen Mehrebenensystem zu gewährleisten.
Ausgewählte industriepolitische Handlungsspielräume auf Landesebene
Die zentralen Instrumente der Industriepolitik liegen beim Bund bzw. der EU[15]. Dennoch haben die Bundesländer eine ganze Reihe von Möglichkeiten und Instrumenten, die Industrie in Zeiten der Transformation und der Krisen zu stärken.[16] Folgende Eckpfeiler sind dabei relevant:
- Missionen für die Re- und Neoindustrialisierung im Land
Stärkung strategischer Bestandsindustrien, Aufbau von (grünen) industriellen Leitmärkten unter Ableitung zukünftiger Arbeitsmarktpotentiale und Instrumenten, gute infrastrukturelle Rahmenbedingungen, gezielte Ansiedlungspolitik und Clustermanagement in und mit Netzwerken (siehe unten) - Aufbau und die Verstetigung regionaler industriepolitischer Netzwerke, Beteiligung sicherstellen
Verbünde mit relevanten Stakeholdern gilt es stärken und fördern. Beispiele sind die Netzwerke der Fahrzeugindustrie in NRW oder andere Netzwerke wie etwa das Transformationsnetzwerk in Dortmund. - Fachkräfteentwicklung vorantreiben: Unser Rohstoff ist gute Bildung und qualifizierte Fachkräfte
Eine Volkswirtschaft, die auf qualifizierte Fachkräfte, intensive Erwerbsbeteiligung und kontinuierliche Innovationen angewiesen ist, kann sich eine unterfinanzierte Bildung nicht länger leisten. Auch die betriebliche Weiterbildung und gute Beschäftigungsübergänge werden zukünftig einen viel höheren Stellenwert haben.
Einbettung in eine innovationspolitische Strategie und entsprechende Finanzierungen
Die Industrie in NRW ist im Bundesvergleich zu forschungsschwach. Eine landesseitige Innovationsstrategie muss darauf abzielen, die Leistungsfähigkeit des Innovationssystems durch Förderung / Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, forschungsrelevanten Instituten, Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen zu stärken und den Transfer von der Wissenschaft in die Betriebe vorantreiben.
Investitionsstärkung
Klimaneutralität, Digitalisierung, industrielle Kompetenz- und Arbeitsplatzsicherung setzen massive Investitionen voraus. Für die Transformationsunterstützung muss in den öffentlichen Haushalten die Grundlage geschaffen werden, ohne diese selbst zu überfordern. Es können eigene Instrumente wie etwa ein NRW-Transformationsfonds aufgesetzt werden. Vorbild kann das Saarland sein.[17]
Beschaffungsorientierte NRW-Strategie: Souveränität stärken, Local Content fördern
Geopolitische Unsicherheiten verdeutlichen die Notwendigkeit größerer Souveränität. Klare Beschaffungsorientierte Strategien gehören dazu, etwa Local-Contet-Regelungen, um Fertigungskompetenz der Betriebe und Beschäftigten im Land zu halten, die für Innovationenkünftig dringend gebraucht werden. Im Rahmenöffentliche Beschaffung können Anforderungen an Standards „Guter Arbeit“ konditioniert werden.
Planungssicherheit und Erwartungsmanagement landesseitig stärken
Vorausschauende Wirtschafts- und Industriepolitik kann neben Erwartungsmanagement durch glaubwürdige Ziele, Verlässlichkeit und klaren Entwicklungsrichtungen Investitionsrisiken der Betriebe reduzieren und Vertrauen der Belegschaften stärken.
Bekenntnis zum Standort NRW, Förderungen konditionieren
Wenn in den benannten Feldern öffentliche Fördermittel zur Verfügung gestellt werden, braucht es soziale Konditionierung, mit Bekenntnis zur Tariftreue und Standort,- und Beschäftigungssicherung.
Fazit
Am Beispiel Nordrhein-Westfalens lässt sich aufzeigen, vor welchen großen Herausforderungen traditionelle europäische Industrieregionen stehen. Geoökonomische Verwerfungen, aggressive Handelspolitik außereuropäischer Großmächte, Nachholbedarf bei der Digitalisierung und die Suche nach einem gangbaren Weg beim Klimaschutz erfordern eine aktive staatliche Industriepolitik. Diese ist klug beraten, an bestehenden Stärken anzuknüpfen, vorhandene Qualifikationen der Beschäftigten weiterzuentwickeln, Innovationscluster auszubauen, sowie KI und grüne Technologien anwendungsorientiert zu fördern.
All dies kann nur im Austausch zwischen Politik und Sozialpartnern mit starker Mitbestimmung gelingen. Auch die Beratung und Unterstützung für Betriebe und Mitbestimmungsträger, sowie die konsequente Weiterqualifizierung von Beschäftigten muss ausgebaut werden, um neue Technologien erfolgreich in Industriestrukturen zu implementieren. Dann hat eine neu aufgestellte Industrie auch in Regionen wie Nordrhein-Westfalen eine Zukunft.
Literaturverzeichnis
Allespach, Martin; Ziegler, Astrid (2012): Aktive Industriepolitik: Die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie sichern. Aus: Ders. (Hrsg.) Zukunft des Industriestandortes Deutschland 2020. S, 321-335. Marburg
DGB-Bundesvorstandsverwaltung (2025): Gewerkschaftliche Anforderungen an eine europäische Industriepolitik. Positionspapier. Berlin
DGB Niedersachsen/Bremen/Sachsen-Anhalt und DGB Nord (Hrsg.) (2025): Industriepolitik in der sozial-ökologischen Transformation Norddeutschlands. Studie der Forschungsgruppe für Strukturwandel und Finanzpolitik. Hannover
DGB NRW (2023): Den Wandel gestalten, Brüche vermeiden. Positionspapier zum vorgezogenen Braunkohleausstieg in NRW. Düsseldorf. Download unter
revierwende.de/wp-content/uploads/2024/08/23_02_22_DGB_PapierKohleausstieg_final.pdfDIW/ECON (2025): Gutachten zum Fortschrittsbericht zum Transformationsfonds Saar. Abrufbar unter:
www.saarland.de/SharedDocs/Downloads/DE/mfw/Transformationsfonds/Fortschrittsbericht_DIW-ECONInstitut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (2026): Wirtschaftspolitik: Deutschlands industrielle Kerne erhalten, Verunsicherungen vermeiden. Abrufbar unter
https://www.imk-boeckler.de/de/pressemitteilungen-15992-ausblick-deutschlands-wirtschaftspolitik-2026-74069.htmKuda, Rudolf (1986): Grundlinien einer strukturpolitischen Reformperspektive. Diskussionsbeitrag für die Friedrich-Ebert-Stiftung. Download unter
https://library.fes.de/gmh/main/pdf-files/gmh/1986/1986-10-a-586.pdfLemb, Wolfgang (Hrsg.) (2015): Welche Industrie wollen wir? Campus
Mezger, Erika; Weingarten, Jörg (2008): Arbeitsorientiere Wissenschaft und Beratung. Gemeinsamkeiten und Unterschiede. S. 180-191. Aus: Kost, Klaus (Hrsg.) Beratung anders. Consulting für Betriebsräte und Gewerkschaften. Schüren
Statisches Landesamt NRW (Hrsg.) Statistik NRW: Untergruppe Industrie und Umwelt. Zugriff unter
https://statistik.nrw/wirtschaft-und-umwelt/industrie am 01.04.2026
Rehfeld, Dieter: Industriepolitik: Theoretische Grundlagen, Varianten und Herausforderungen. In: WSI-Mitteilungen 7/2015. S.491-498. Abrufbar unter:
www.wsi.de/data/wsimit_2015_07_rehfeld.pdf
Staab, Philipp (2025): Systemkrise: Legitimationsprobleme im grünen Kapitalismus. Edition Suhrkamp
Wambach, Achim (2023): Renaissance der Industriepolitik. In: Wirtschaftsdienst. Zeitschrift für Wirtschaftspolitik. Heft 11/23. S.722-732.
Weingarten, Jörg: (2024): Participation and cooperation. A trade union perspective on structural policy for preventive transition. In Kiese, Matthias, et.al (ed).: Beyond innovation hotspots. Clusters for transformation in real regions. p. 105-129. Cheltenham
Autorenhinweise
Thorben Albrechtist Vorsitzender der DGB NRW. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der thyssenkrupp Steel Europe AG und der Zukunftsagentur Rheinisches Revier. Zuvor war er u.a. Leiter Politik beim Vorstand der IG Metall, Bundesgeschäftsführer der SPD und Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Dr. Jörg Weingartenleitet die Abteilung Transformation beim DGB NRW. Er ist Mitglied der NRW-Transformationskommission der Friedrich-Ebert-Stiftung und berufendes Mitglied der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gesellschaft: Arbeitsgruppe Regionale Strukturpolitik unter Transformationsbedingungen.
[1] Landesamt für Statistik NRW. Abruf unter
https://statistik.nrw/wirtschaft-und-umwelt/industrie[2] IMK-Report 2026: Deutschlands industriellen Kern modernisieren / Wohlstand steigern
[3] Wambach 2023
[4] Etwa DGB BVV 2025 oder DGB NRW 2023
[5] Siehe zu industriepolitischen Typologien insbesondere Rehfeld 2015 sowie Lemb 2015
[6] Kuda 1986 (Kuda war zu dem Zeitpunkt Abteilungsleiter Wirtschaft beim Vorstand der IG Metall)
[7] Etwa Clustermanagement und Ansiedlungspolitik zur Unterstützung der Re- und Neoindustrialisierung.
[8] Siehe zur Rolle der arbeitsorientierten Wissenschaft Mezger/Weingarten 2008
[9] Siehe dazu Weingarten 2024
[10] Siehe Staab 2025 und seine Erläuterungen zur Systemkrise
[11] Siehe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung 2026
[12] Siehe DGB NRW 2023
[13] Das O-Werk auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Bochum ist gutes Beispiel für Wissenstransfer aus der Ruhr-Universität Bochum (RUB) in die Praxis. Gerade deshalb ist auch hier die Kooperationsstelle von IG Metall und RUB angesiedelt. Siehe zum Modus einer aktiven Industriepolitik Allespach/Ziegler 2012
[14] Für die Chemische Industrie wurde mit der IGBCE das „Fachkräfteradar Chemie“ entwickelt, um Beschäftigungsübergänge im Branchenkontext zu ermöglichen.
[15] Siehe DGB BVV 2025
[16] Siehe dazu die Studie des DGB 2025 im Hinblick auf eine Industriepolitik für Norddeutschland
[17] Mit dem Sondervermögen des Transformationsfonds und einem Maßnahmenbereichen genannt „3I“ – Industriepolitik, Infrastrukturpolitik und Innovationspolitik – erhofft sich die saarländische Landesregierung zum einen das zwingend erforderliche Transformationsökosystem – also den notwendigen Handlungsrahmen für Investitionsentscheidungen in Transformationsaktivitäten saarländischer Unternehmen. Zum anderen hält sie das Transformationsökosystem aufrecht, um der Saarwirtschaft insgesamt die Bewältigung der beschleunigten und verteuerten Transformation zu ermöglichen und damit der fortdauernden außergewöhnlichen Notsituation entgegenzuwirken. Siehe DIW ECON 2025: Fortschrittsbericht zum Transformationsfonds.