Saving Spoonie (2026)Film
Hört, hört!
Kann ein spatzengroßer Vogel mit dem schönen Spitznamen „Spoonie“ die Welt retten? Eher nicht. Dazu müsste sich der vom Aussterben bedrohte „Löffelstrandläufer“ (Calidris pygmaea), wie er offiziell heißt, erst einmal selbst retten. Oder die internationale Taskforce, die sich für ihn einsetzt, müsste Erfolg haben. Trotzdem bewirkt der kleine Vogel etwas, was in unserer zerrütteten und von Krisen geplagten Welt mindestens Hoffnungsschimmer auslöst: Er bringt Menschen zusammen, die sich trotz gegensätzlicher politischer Ansichten und trotz autokratischer Regierungen für ein gemeinsames Ziel stark machen, für das der „Panda der Küste“ lediglich ein Symboltier abgibt. Nämlich das Artensterben und damit den Niedergang des Menschen zu stoppen oder zumindest aufzuhalten. Dokumentarfilmer Till Harms hat die unermüdlichen Vogelfreunde getroffen und sie zu ihren Exkursionen begleitet, in stiller, strikt beobachtender, eindringlicher Manier.
In China lieben sie nicht nur Pandas, sondern auch „Spoonies“. Das erfährt man in Till Harms‘ kleinem, aber feinem Dokumentarfilm über eine vom Aussterben bedrohte Vogelart. Der Kampf um „Spoonie“ wird dabei auch zu einem Symbol der Hoffnung. Nicht nur für die Tiere, sondern für uns Menschen.
„Spoonie“, der Löffelstrandläufer, wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene internationale Gruppe von Ornithologen längst ausgestorben. Als wäre das nicht an sich schon schlimm genug, verläuft die Flugroute des spatzengroßen Watvogels, mit dem sonderbaren Löffelschnabel, von Russland über Nordkorea, China bis nach Myanmar und führt so durch die Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force wird unversehens zu einer politischen Herausforderung und einem diplomatischen Balanceakt zwischen Russen, Deutschen, Chinesen, Engländern und weiteren Mitgliedern des Flyway.
Während ein ambitionierter Zuchtversuch in England zu scheitern droht, erreicht der Spoonbilled Sandpiper, in China ungeahnte Popularität. Von seine Fans liebevoll als „Spoonie“ bezeichnet, wird er zum Poster-Boy einer erwachenden chinesischen Umweltbewegung.
Doch während seine Bekanntheit ständig wächst, nimmt die Zahl der real existierenden Vögel, trotz weltweiter Bemühungen, weiterhin dramatisch ab. So diskutieren die exzentrischen Vogelliebhaber ob es noch ein, zwei oder, wie Optimisten meinen, dreihundert brütende Paare auf der Welt gibt. Und so spiegelt sich in der Tragikkomödie über Spoonies Schicksal der Kampf um die bedrohte Vielfalt, in einer zerbrechlich gewordenen Welt. (Quelle: Real Fiction)