Hiddensee (2026)Filmfest München 2026
Weltkino Filmverleih
Hiddensee (2026) von Annekatrin Hendel
Betrachtungen einer Insel
Hiddensee an der Ostsee, 17 Kilometer lang, östlich von Rügen mit langer Flanke zum offenen Meer: Annekatrin Hendel blickt sehr genau auf diese Insel, auf ihre Gegenwart und auf die Vergangenheit, die ins Heute einwirkt. Dass sie ihren Film in bestechend schönem Schwarz-Weiß angelegt hat, das hat einmal mit einem angenehm klaren Kunstwillen zu tun, der der Ästhetik etwas Besonderes geben will – und andererseits setzt sie sich damit ganz praktisch von Tourismuswerbung und Inselmarketing ab. Denn ein Film über diese Insel ist nicht unbedingt ein Film für diese Insel – vielmehr dient Hiddensee als Exempel für die Suche nach Freiheit und für verschiedenen Ideen von Freiheit.
Hiddensee, die langgezogene Ostseeinsel, als Beispiel für Freiheit, Selbstverwirklichung, Rückzug in Vergangenheit und Gegenwart – und für die gesellschaftliche Spaltung.
Hiddensee, ein nur 17 Kilometer langer Streifen Land in der Ostsee, geliebt als Sehnsuchtsort der Freiheit. Sonnenanbeter, Nacktbader, Künstler, Punks und Prominente strömen seit jeher in Scharen auf die Insel. Der Dokumentarfilm reist durch ein ganzes Jahrhundert bis in die goldenen 1920er zurück, als die intellektuelle Avantgarde hier zu Hause ist – wie Stummfilmstar Asta Nielsen oder Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Damals wie heute ist Hiddensee gezeichnet von politischen Verwerfungen, die sich im ganzen Land abspielen. Deutschland im Miniaturformat. Mehrere Erzählstränge, verschränkt über Zeiten und Generationen, führen schließlich zu den sich unaufhörlich zuspitzenden Spannungen der Gegenwart. (Quelle: Weltkino)